Natürliches Licht und wie ich damit arbeite

veröffentlicht von Ronny Lorenz 5. März 2016

Wenn man von Portraits mit natürlichen Licht spricht, werden ein paar wichtige Aspekte dazu oft nicht beachtet. Diese Aspekte sind viel wichtiger, als zu einer bestimmten Tageszeit das Fotoshooting zu machen. Bevor ich aber näher darauf eingehe, was ein Foto bei natürlichem Licht so schön macht, ist es wichtig den Unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Licht zu verstehen.

Der größte Unterschied zwischen natürlichen Licht (in unserem Fall die Sonne) und künstlichen Licht (Blitz) besteht darin, dass ich künstliches Licht immer so positionieren kann, wie ich es benötige, natürliches Licht hingegen muss ich so nehmen, wie es an Ort und Stelle ist. Wenn der Fotograf mit künstlichen Licht arbeitet, als Hauptlichtquelle seinen Blitz benutzt, kann er entscheiden, aus welcher Richtung das Licht kommen soll. Er kann es in seiner Härte oder Weiche modifizieren, in dem er zusätzlich Softboxen oder einen Beauty Dish verwenden kann. Die Sonne, welche uns als Hauptlicht für Portraits bei natürlichen Licht dient, können wir weder in ihrer Position verändern, noch können wir sie mit irgendwelchen Modifikationen ausstatten. Ich muss mir also andere Möglichkeiten einfallen lassen, mein natürliches Licht zu modifizieren.

Es heißt, dass man die harte Mittagssonne meiden soll, was auch vollkommen richtig ist. In offenem Gelände, wie zum Beispiel in einem Park oder Maisfeld zur Mittagszeit zu shooten, sollte man definitiv vermeiden. Man würde es sich unnötig schwer machen, ein paar tolle Bilder zu machen. Dennoch müssen wir die Mittagssonne auf keinen Fall meiden, es gibt genug gute Möglichkeiten, dieses harte Licht, weich und gerichteter für unsere Fotos zu nutzen.

Bei einem Fotoshooting schaue ich mich zunächst um, suche förmlich weiches und gerichtetes Licht. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Gasse. Das Licht kommt sehr weich aus nur zwei Richtungen, von vorn und hinten. Dem Gesicht Schatten verpassen, dafür nutze ich die seitlichen Wände dieser Gasse. Schatten sind wichtig, sie bringen Tiefe und Charakter ins Gesicht, auch akzentuieren sie eure Lichtquelle. Ein weiteres Beispiel wäre ein Tunnel, oder Unterführung, wo zusätzlich auch von oben das Licht abgeschattet wird.

Ein weiterer, für mich wichtiger Punkt, ist die „Umgebungsfarbe“ der Location. Ich achte immer darauf, welche Farbpalette bietet mir das dort reflektierende Licht, welches ich an der Location vorfinde. Ich favorisiere für meine Portraits am liebsten „warme“ Farben, diese wirken am natürlichsten, einen schönen, warmen Hautton mögen die meisten. Ich würde mich nie in eine Gasse begeben, die in einem knalligen Grünton gestrichen wurde. Das dort reflektierte Licht, was auf die Person geworfen wird, würde keinesfalls gut aussehen. Ich wähle lieber eine Gasse, die zum Beispiel Wände aus Sandstein hat, mein ganz persönlicher Favorit.

Ein paar Beispiele meiner Lieblingsorte zeigen euch die folgenden Bilder. Diese Orte haben immer eins gemeisam, das Licht kommt, aus einer bis zwei Richtungen, und die Umgebung bietet mir ebenfalls gute Möglichkeiten, Schatten ins Gesicht zu bringen.

Foto zum Blogartikel - Natürliches Licht und wie ich damit arbeite

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