Fotografie in Zeiten von Corona

von Ronny Lorenz

Ich glaube, wir alle sind vor ein paar Monaten noch mit ganz anderen Vorstellungen und Erwartungen in das neue Jahr gestartet. Davon ist nun sicher nicht mehr viel übrig, die Welt hat sich verändert und wir stehen seit dem zweiten Weltkrieg vor unserer größten Herausforderung.

Wir waren schon immer ganz kleine Lichter im gesamten Universum, und was noch viel kleineres zwingt uns gerade in die Knie. Ein Virus, mikroskopisch klein, und unser Leben wie bisher ist nicht mehr möglich. Ja, es stehen uns ungewisse und harte Zeiten bevor, keiner hat Antworten auf all die Fragen, die wir uns zur Zeit stellen. Sehr viel wird es uns kosten und ich meine nicht nur das Geld. Viele Türen werden sich schließen, aber auch viele öffnen. Was ich aber denke, ist, dass wir diese Situation einfach mal verdient haben. Für das, was wir bisher getan haben, für unser Dasein und unser Tun, uns und unserem Planeten gegenüber. Ich hoffe, dass wir daraus was lernen und unsere alltägliche Ignoranz und Egoismus nicht direkt wieder an den Tag legen. Warum wir so sind wie wir sind, das wird uns Corona hoffentlich etwas bewusst machen und wir werden einige gute Dinge mit in die Zukunft nehmen. Das hängt aber auch von der Länge ab, wie lange uns wir mit Corona beschäftigen müssen.

Die ergriffenen Maßnahmen, um das zu retten, was überhaupt noch zu retten ist, halte ich für richtig und vielleicht sogar noch zu wenig, jedenfalls hier bei uns in Hessen. Abstand halten und die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren, für alle von uns alles andere als einfach. Dabei vergessen wir, wenigstens etwas Normalität weiter zu leben, so weit es die Regeln auch zulassen. Wenn selbst ein erlaubtes Maß an Normalität auf der Strecke bleibt, dann macht man es sich unnötig schwer, mit der Situation fertig zu werden. 

Für mich bedeutet Normalität, dass ich weiterhin fotografiere und dabei befolge ich dennoch die derzeitigen Regeln. Ein Spaziergang mit einem lieben Menschen tut gut, frische Luft, gute Gespräche und die Kamera. Und wenn ich jetzt mal ganz kleinlich werde, der Abstand zu meinem Gegenüber ist bei einem Fotoshooting garantiert größer, als beim eigentlichen Spaziergang. Oder laufen wir wirklich alle mit zwei Meter Abstand zusammen spazieren? Oder doch eher nah nebeneinander, wie eben gewohnt?

Ich sehe in der Fotoszene, dass es einige gibt, die meinen sich rechtfertigen zu müssen, wenn sie während der Corona-Krise ihrer Leidenschaft nachgehen. Die Leidenschaft, die mir wahnsinnig dabei hilft, nicht verrückt zu werden und das Ende der Welt zu sehen. Ich lese täglich unter geposteten Bildern, dass jenes Bild noch vor Corona entstanden ist. Warum? Was soll der Quatsch? Ich höre von Fotografen, die nicht mal mehr Einzelshootings machen. Kein erlaubter Spaziergang mit einer/m guten Freundin/Freund und die Kamera dabei…ich frage mich, wie viel (oder wenig) Leidenschaft die überhaupt für die Fotografie haben. In Zeiten wie diesen, ist die Fotografie, neben meiner Familie und meinen Freunden, die wichtigste Stütze.

Bleibt gesund!

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